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Die Diesellokomotive 45003
am 13. Februar 2005 unterhalb Bocognano
auf einem erneuerten Gleisabschnitt.

Rumänische Diesellokomotiven L45H
für Gleiserneuerung in Korsika

Am 9. Januar 2005 steht die ehemalige CFR-Lokomotive 45001 in Bocognano und wartet auf den nächsten Einsatz.

Diesellokomotive 45003 am 13. Januar 2005 bergseitig an einem Schotterzug unterhalb Bocognano.

Seit Mitte 2004 beginnt die konsequente Gleiserneuerung in Korsika. Dazu hat das Konsortium METRICRAIL neun Diesellokomotiven gekauft. Da diese in der gewünschten Ausführung nicht sofort verfügbar waren, hat der Zwischenhändler ab Oktober 2004 drei aufgearbeitete Diesellokomotiven zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um ab 1968 von der Lokomotivfabrik 23. August in Budapest gebauten L45H. Zwischen 1964 und 1968 wurde das Vorgängermodel L35H gebaut.

Die Lokomotive 45001 mit einem Schotterwagen am
13. Januar 2005
in Tattone.

Diesellokomotive 60002 am 13. Februar 2005 talseitig eines Schotterzuges unterhalb von Bocognano. Im Hintergrund erkennt man den Auspuff des Maybach-Motors der Lokomotive 45003.

Die rumänischen Lokomotiven Typ L45H wurden zwischen 1968 und 1990 durch die Firma FAUR "23 August" in Bukarest, den ehemaligen Malaxa-Werken, in über 350 Exemplaren gebaut. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt, da die verschiedenen Quellen sehr widersprüchlich sind. Sie wurden in Spurweiten zwischen 740 und 1067 Millimeter geliefert. Man findet diesen Lokomotivtyp in folgenden Ländern: Rumänien, Polen, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Irak, Ägypten und Tunesien. Die Standardfarbe ist rot, je nach Farblieferung in verschiedenen Tönen, seltener sind sie blau. Gebrauchtlokomotiven des Typs L45H wurden nach Deutschland, Italien, Österreich, Slowakei und Frankreich verkauft. Die ab 1984 gebauten Fahrzeuge unterscheiden sich durch die Sicken in den Führerstandsseitenwänden und Vorbauten. Das aus Dickblech geschweisste Untergestell ruht auf zwei Drehgestellen. Das Führerhaus ist in Längsrichtung versetzt aufgebaut. Die grosse Haube hat vorn den Kühlturm, dann folgt der Maybach Motor Typ MB 836 Bb und gegen das Führerhaus ein Nachschaltgetriebe Typ 1RI3 und der hydrodynamische Voith-Wandler Typ TH 1. Motor und Wandler sind in Rumänien nach deutscher Lizenz hergestellt worden. Die Drehmomentübertragung zu den Drehgestellen erfolgt mit Gelenkwellen. Das Führerhaus ist mit zwei Führerpulten für Rechtssteuerung ausgerüstet. Im kleinen Vorbau befindet sich der Brennstofftank, Luftbehälter und Vorheizhanlage. Gewisse polnische Lokomotiven wurden wegen Ersatzteilproblemen mit Henschel-Lizenzmotor ausgerüstet. Die drei Lokomotiven der Serie 45000 haben eine Revision und die notwendigen Kupplungsanpassungen für Korsika erhalten. Die Revision umfasste auch den Einbau der Mehrfachtraktion bis drei Lokomotiven in Relaistechnik. Diese drei Fahrzeuge sind dem Konsortium METRICRAIL nur kurzfristig vermietet, da die remotorisierten Fahrzeuge Serie 60000 terminlich nicht rechtzeitig bereit waren. Diese in neuen Exemplaren bestellte Serie 60000 erhält einen neuen Caterpillar-Motor Typ 3412. Der gleiche Motor ist in den Vossloh-Lokomotiven Typ G 800 BB der ÖBB (Baureihe 2070) eingebaut. Der Motor gibt in Korsika bei 1800 min-1 eine Leistung von 515 kW ab. Das Lokomotivdienstgewicht von 32 Tonnen und zum Schutz der Achsgetriebe ist die Zugkraft bis 12 km/h begrenzt. Im Gegensatz zur ersten Serie haben diese Lokomotiven eine speicherprogrammierte Steuerung Alen-Bradley. Nach Lieferung aller Lokomotiven der Serie 60000 werden die Lokomotiven der Serie 45000 vom Zwischenhändler zum Verkauf ausgeschrieben.

FAUR-Lokomotive 45001 am 11. Januar 2005 in Bocognano.

Die Diesellokomotive 45003 am 9. Januar 2005 in Bocognano.

Da alle Lokomotiven ursprünglich für eine Spurweite von 750 bis 760 mm gebaut wurden, war ein Umbau der Drehgestelle auf 1000 mm mit Achswellenersatz notwendig.

Die abgestellte L35H-024 wurde 1966 geliefert. Die L45H gleicht der L35H äusserlich von den Abmessungen. Die L35H erkennt man aber an den oben und unten an den Vorbautüren angebrachten Lüftungsöffnungen.

L35H-024
Foto: Georg Hocevar

L35H-024
Foto: Georg Hocevar


Foto: Georg Hocevar

In der Werkstätte Ciscior werden Diesellokomotiven vom Typ L45H für die Gleiserneuerung in Korsika aufgearbeitet.

Nummer Korsika

Lieferung an

Nummer vor Umbau
für Korsika

Baujahr

Fabriknummer FAUR

ursprüngliche Spurweite

Einsatzland

45001

CFR

87-0008

1968

20716

760

Rumänien

45002

CFI

L45H-068

1976

22861

760

Rumänien

45003

CFI

L45H-061

1976

22854

760

Rumänien

60001

CFI

L45H-042

1973

21897

760

Rumänien

60002

CFI

L45H-046

1974

21877

760

Rumänien

60003

CFI

L45H-087

1985

24975

760

Rumänien

60004

CFI

L45H-060

1976

22853

760

Rumänien

60005

CFI

L45H-059

1976

22852

760

Rumänien

60006

CFI

L45H-037

1973

21892

760

Rumänien

60007

CFI

L45H-049

1974

22170

760

Rumänien

60008

CFI

L45H-088

1985

24976

760

Rumänien

60009

PKP

Lxd2-285

1968

20731

750

Polen


Die Diesellokomotiven 45001 und 45003 mit fünf Schotterwagen am 9. Januar 2005 in Bocognano.

Diesellokomotive 60002 am 9. Januar 2005 in Bocognano.

Von den zwölf Lokomotiven, die in Korsika für METRICRAIL zu Einsatz kommen wurde eine für die rumänische Staatsbahn CFR (Caile Ferate Romane) gebaut. Zehn Lokomotiven wurden an rumänische Industriebahnen CFI (Caile Ferate Industriale) geliefert. Die letzte Lokomotive wurde für die polnische Staatsbahn PKP (Polskie Koleje Panstwowe) geliefert und gelangte dann zu einer Zuckerfabrik in Tuczno (südöstlich von Pila), wo sie bis 2003 eingesetzt war.

Am 11. Janaur 2005 stehen die Diesellokomotiven 60003 und 45001
mit einem Schotterwagen in Bocognano.

Diesellokomotive 60003 am 11. Januar 2005 mit geöffneten Vorbautüren in Bocognano. Man erkennt gut den neuen gelben Caterpillar-Motor 3412.

Die rumänischen Lokomotiven sind zu sehr günstigen Bedingungen verkauft worden. Der tiefe Preis begrenzte auch die Aufarbeitung welche eine Totalzerlegung umfasste, die anfänglich zu regelmässigen Betriebsstörungen führte. In Korsika betragen die maximalen Steigungen 30 . Die Lokomotiven sind mit einer einlösigen Bremse ausgerüstet, die für das Einschottern in diesen Steigungen schlecht geeignet ist. Die Maybach-Motoren können erst bei einer Kühlwassertemperatur von 40 °C gestartet werden. Im ersten Winter hatten die Betreiber etliche Probleme mit den tiefen Temperaturen. Die Sichtverhältnisse für Baulokomotiven, die oft auf Baustellen hin- und herfahren, sind nicht ideal. Die erhoffte Leistungssteigerung mit dem Caterpillar-Motor liess sich nicht voll realisieren. So mussten die bei Vorführfahrten gezogenen Anhängelasten reduziert werden. Die ursprünglich geplanten Schotterzüge mit je zwei Diesellokomotiven an jedem Ende des Zuges werden heute nur mit je einer Lokomotive an jedem Ende geführt und umfassen nur noch vier statt zehn Schotterwagen. Die Schottertransporte werden so weit als möglich auf der Strasse abgewickelt.

Diesellokomotive 60003 mit einem Schotterwagen am 11. Januar 2005 in Bocognano.

Diesellokomotiven 60002 und 60003 am 9. Februar 2005 vor einem Schotterzug in Bocognano.


Diesellokomotive 60001 am 9. Januar 2005 in Vizzavona.

Diesellokomotive 60001 am 13. Januar 2005 mit einem Bauzug auf noch nicht eingeschottertem Gleis unterhalb Bocognano.


Führerstand einer L45H, wie er für Korsika angepasst wurde.
Man erkennt das Knorr-Führerbremsventil, das Oerlikon-Rangierbremsventil
und den Hasler-Geschwindigkeitsmesser.

Am 30. Mai 2003 steht die PKP-Museumslokomotive Ldx2-250
im Depot von Sochaczew. Diese Museumsbahn hat eine Spurweite von 750 mm.

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